Dass YB-Star Renato Steffen spätestens im Sommer zum FC Basel wechseln werde, wurde schon lange gemunkelt. Mit der Androhung, den 24-jährigen Flügel in der Rückrunde auf die Tribüne zu verbannen, hat YB-Sportchef Fredy Bickel den Transfer beschleunigt – und ihn gleichzeitig zu einer leidigen Affäre gemacht.
Denn es konnte nicht sein, dass der Aargauer geht, ohne YB etwas in die Kasse zu spülen. Denn Bickel hat auch den Auftrag, das Kader zu verkleinern und damit ein bisschen Cash in die von den Brüdern Rihs alimentierte B-Kasse zu spülen. Und die Rihs-Brothers sind Zahlenmenschen. Ihre Logik? Geht ein Spieler, bedeutet das: Es fliesst Geld. Nun wird Geld fliessen. SonntagsBlick erfuhr: Steffen wechselt per sofort zum FCB! Der Deal ist gemacht!
Aber weit weniger, als wenn Steffen seinen Vertrag bei YB verlängert hätte. Bickel verlangte vom FCB viel Geld, sehr viel Geld, um Steffen sofort ans Rheinknie ziehen zu lassen. Geeinigt haben dürfte man sich bei rund 400’000 Franken.
Nicht wenig in Anbetracht einer Vertrags-Restlaufzeit eines halben Jahres. Und auch in Anbetracht dessen, dass es sich bei Steffen um einen Spieler handelt, der in der Rückrunde keine tragende Rolle mehr gespielt hätte. So zumindest formulierte es Bickel.
So sind alle drei Parteien einigermassen zufrieden. Steffen ist erlöst von dem Horrorszenario, eine Rückrunde auf der Tribüne verbringen zu müssen. Er wird im Mai einen Meistertitel feiern können und kann seine EM-Chance wahrzunehmen versuchen. Beim FCB ist sie grösser als bei YB. Die Basler haben einen Wunschspieler ein halbes Jahr früher im Kader. Die Transfersumme kann der Liga­krösus aus dem Spesengeld bezahlen. Und YB? Immerhin gibts noch einen Batzen für einen Spieler, dessen Vertrag demnächst ausläuft. Bickel verliert sein Gesicht also nicht ganz.
Allerdings: Der Abgang von Steffen bedeutet einen nicht unwesentlichen Substanz­verlust. YB-Coach Adi Hütter hat Platz zwei zum neuen Saisonziel ausgegeben, vor der Saison war es ja ein Titel.
Doch auch Platz 2 wird gegen das erstaunlich konstante Spektakel-GC ein schwieriges Unterfangen. Der Steffen-Nachfolger muss gefunden werden. Die derzeit herumgereichten Namen sind: der Österreicher Thomas Murg (Ried), Yoric Ravet (Grasshoppers), Yannis Tafer (St. Gallen) und Jakob Jantscher vom FC Luzern.

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