“Jetzt bin ich ja wieder hier”
Leon Goretzka, das gute Beispiel
Leon Goretzka sollte den FC Bayern im Sommer verlassen und wird jetzt wie immer gebraucht. Über einen, der sein Lachen zurückhat.
Man kann über Leon Goretzka ganz viel sagen und schreiben. Und über Leon Goretzka wurde auch in dieser Saison bisher wieder ganz viel gesagt und geschrieben. Vor allem natürlich deshalb – die Geschichte ist nun ein- oder zweimal erzählt worden -, weil der FC Bayern im Sommer nicht mehr ganz so viel Interesse an den Diensten des mittlerweile 30-jährigen Mittelfeldspielers hatte.
Und nun, ein Dreivierteljahr nach einem dann doch nicht so ereignisreichen Transferfenster (was Goretzka betrifft), ist alles wie immer: Ob gewollt oder nicht, Goretzka hat auch in dieser Saison wieder mit Abstand die meisten Minuten neben Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld der Bayern gesammelt.
Gebraucht wurde und wird er mal wieder dringend – und die Leistungskurve zeigt seit Monaten nach oben.
“Ich habe versucht, weiter dranzubleiben und meinen Job zu machen, im Training Gas zu geben”, sagt Goretzka vor dem Wieder-Wiedersehen mit Bayer Leverkusen am Dienstagabend im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals (21 Uhr, LIVE! bei kicker). “Inzwischen stehe ich etwas häufiger auf dem Platz, darüber bin ich natürlich glücklich und zufrieden. Und so darf’s gerne weitergehen.”
Sie sind selten geworden, die öffentlichen Auftritte des sonst so redegewandten Profis. Goretzka, der sich bis zu dieser Saison eigentlich immer ein paar Minuten Zeit nahm, um in der Mixed-Zone der Allianz-Arena oder anderswo noch mit den wartenden Reportern zu sprechen, hat sich ganz bewusst zurückgezogen nach dem mittelschweren Hickhack im Vorjahr.
“Ich wollte mich voll auf den Fußball konzentrieren”, erklärt er. “Ich habe irgendwie das Gefühl gehabt, dass man die Situation mit Worten nicht lösen kann.”
Für ihn stand ein Abschied vom FC Bayern nie zur Debatte, er wollte sich durchbeißen. “Es war gut, dass der Verein ehrlich war”, findet Trainer Vincent Kompany zwar, weiß aber auch, dass es “nicht einfach war für Leon, er war nicht glücklich”. Und erst einmal gar nicht gefragt, fehlte manchmal gänzlich im Kader, wurde wenn dann in den Schlussminuten eingewechselt. “Danach hat er auf dem Platz gesprochen”, lobt Kompany. “Leon hat weitergekämpft, trainiert. Als Trainer wünscht man sich das. Es ist eine gute Geschichte auch für andere: Wenn die Transferperiode vorbei ist, hast du nur eine Option: Du musst weitermachen.”
Goretzka machte weiter, und “jetzt bin ich ja wieder hier und stelle mich euren kritischen Fragen”. Auch das Lachen, das er seiner natürlich etwas süffisanten Antwort folgen ließ, hat man etwas vermisst in all dieser Zeit.
Joao Palhinha kam ja, man vergisst das manchmal, für 50 Millionen Euro von Fulham. Und eigentlich sollte Aleksandar Pavlovic, der Shootingstar der Vorsaison, den Platz einnehmen neben Kimmich, der ja auch nicht immer als Mittelfeldspieler in Erwägung gezogen wurde. Was bisher blieb, ist ein Portugiese, der in München noch nicht wirklich Fuß fassen konnte. Ein nach wie vor erst 20-jähriger Pavlovic, der auffällig oft krank ist und daher erstmal nicht zur Verfügung steht. Und das nimmermüde Mittelfeld-Duo Kimmich und Goretzka.
Der eine ist nun drauf und dran, seinen Vertrag beim FC Bayern zu verlängern. Der andere gibt seinen Platz so schnell nicht her. “Ich habe vor kurzem die Doku von Thomas Müller geguckt”, erzählte Goretzka am Montagabend und wollte damit ausdrücklich keine Werbung betreiben. “Da hat Uli Hoeneß einen Satz gesagt, der mir im Gedächtnis geblieben ist: ‘Jeder, ob Platzwart oder Spieler, muss sich bei Bayern München die Frage stellen, ob er dem Verein helfen kann.’ Die Frage konnte ich im Sommer mit ‘Ja’ beantworten – und ich glaube, da habe ich die richtige Entscheidung getroffen.”
Er hat Vertrauen in seine Fähigkeiten. “Ich weiß, dass ich einer Mannschaft immer helfen kann.” Und er weiß auch: “Ich bin schon ein gutes Beispiel, dass sich das immer lohnen kann.” Der Einsatz, der Wille. Das Durchhaltevermögen.
Goretzka überzeugt: “Wir können einiges reißen”
Deshalb werden die Augen am Dienstagabend auch auf ihn gerichtet sein, wenn der FC Bayern das nächste Ausrufezeichen setzen und das Champions-League-Viertelfinale erreichen will. “Ich fühle mich sehr wohl mit der Idee, wie wir Fußball spielen. Das passt sehr gut zu mir. Ich bin schon davon überzeugt, dass wir diese Saison einiges reißen können.”
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10 Comments
Guter Trainer muss man mittlerweile anerkennen
Also ja, leon macht einen guten Job klar. Aber nur weil der Bruder schlechtes halbes Jahr hatte, indem er zufällig sich auch noch seinen Haarausfall therapieren lassen hat ist er das Arbeitsschwein des 21. Jahrhunderts? 😅
Also ich will den Profifußball nicht belächeln, man darf aber auch nicht vergessen das leute wie du oder ich hier aus der kommentarspalte, manchmal ne 60-70 stunden Arbeitswoche abreissen, plus Haushalt, kind versorgen etc. und das für vielleicht 2000 euro netto im monat oder weniger… das ist Moral und Einsatz!
Bester Coach.. Mia san Mia
Wird jetzt auch er verlängert? So geht ein richtiger Umbruch. Eberle muss weg hat keinen Sinn was der macht.
Top Trainer und auch ein menschliches Monster.
Wenn er das alles so meint und auch zu steht intern 🎉
Der Leon ist ein Kämpfer
Umbruch geht über Jahre..
Bin kein Bayern -Fan. Aber finde den Trainer sehr sympathisch. Ich war erst skeptisch, aber wie sympathisch (und gleichzeitig kompetent) er wirkt, so ganz anders als TT.
Kompany. Absoluter Glücksgriff für Bayern. Super Trainer. Goretzka ein Vollprofi! Können sich viele andere ein Beispiel nehmen. Respekt Leon!
Top Trainer? Wieviel Spieler schont er diesmal?