Die deutsche Nationalmannschaft hat das erste Spiel nach der Entlassung von Hansi Flick gewonnen. Gegen Frankreich gab es unter Interimstrainer Rudi Völler ein 2:1 (1:0) in Dortmund – bei dem vor allem der Auftritt des DFB-Teams, für das Thomas Müller (4.) und Leroy Sané (87.) die Tore erzielten, bemerkenswert war.

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Völler verzichtete zumindest personell darauf, die Signale auf Neustart zu stellen. Im Vergleich zum blamablen 1:4 gegen Japan stellte der Interimstrainer nur dreimal um: Jonathan Tah rückte für den angeschlagenen Joshua Kimmich auf die rechte Abwehrseite, links verteidigte Benjamin Henrichs statt Nico Schlotterbeck und vorne stürmte Thomas Müller für Kai Havertz. Ansonsten glichen Personal und Formation der Aufstellung von Hansi Flick bei dessen letztem Spiel als Nationaltrainer.

Auch für Völler war die Partie gegen Frankreich die letzte, er hatte mehrfach bekräftigt, dass der Test eine Ausnahme sein werde. So ging der 63-Jährige über 19 Jahre nach seinem letzten Einsatz als Bundestrainer in sein 54. Länderspiel, um anschließend gemeinsam mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke den neuen Chefcoach zu suchen.
Und wer auch immer das sein wird, er bekam in der Anfangsphase der Partie gegen Frankreich vorgeführt, wie gut die deutsche Mannschaft sein kann. Nach einer tollen Kombination samt Kabinettstücken von Leroy Sané und Emre Can flankte schließlich Henrichs auf Müller, der sein erstes DFB-Tor nach fast 15 Monaten erzielte (4.). Und kurz danach fehlte nur ein wenig Genauigkeit für den zweiten Treffer, als Serge Gnabry per Schlenzer knapp das lange Eck verfehlte (9.).

Doch dann blitzte die Klasse des Vize-Weltmeisters auf. Randal Kolo Muani wurde in den Strafraum geschickt, aber von Antonio Rüdiger umgestoßen und am Abschluss gehindert (20.) – Schiedsrichter Anthony Taylor sah darin kein unfaires Vergehen, dennoch war die Entscheidung etwas glücklich aus deutscher Sicht. Das schwand danach aber insofern, dass Ilkay Gündogan aufgrund einer Verletzung früh ausgewechselt werden musste (25.). Der Kapitän war in der Anfangsphase nach einem Kopfball unsanft auf den Rücken gefallen und konnte nicht mehr weiterspielen.

Kurz darauf hatte Kolo Muani dann den ersten Abschluss der Franzosen. Aus 15 Metern versuchte es der Ex-Frankfurter und Neu-Pariser, verzog schließlich aber doch recht deutlich (30.). Erstmals eingreifen musste Marc-Andre ter Stegen, als Aurelien Tchouameni nach einer Freistoß-Flanke zum Kopfball kam (37.). Mehr ließ das diszipliniert verteidigende DFB-Team gegen den dominanter werdenden Gegner jedoch in der ersten Halbzeit nicht zu.

Les-Bleus-Trainer Didier Deschamps verzichtete zunächst auf eine Reaktion, ließ Superstar Kylian Mbappé weiter draußen. Seine Kollegen hatten weiter Probleme mit der leidenschaftlichen Völler-Truppe, die für ihre Zweikampfführung immer wieder von den Fans bejubelt wurden. Tchouameni ließ mit einem Fernschuss, den ter Stegen parieren konnte, nach einiger Zeit wieder einen Hauch von Gefahr aufkommen (57.).

Dem DFB-Team gelang es in der Folge, das Spiel offener zu gestalten, es gelang immer häufiger, die Defensive mit eigenen Ballstafetten zu entlasten. Es entstand immer mehr der Eindruck, dass sich Deutschland nach dem Vorrunden-Aus bei der WM und vier Pleiten aus den vergangenen fünf Spielen gegen Frankreich aus der Krise befreien kann. Schon vor Beginn der Schlussphase war eigentlich klar, dass es ungeachtet des Ergebnisses ein großer Schritt nach vorne war. Weil die Mannschaft unter Völler wieder Disziplin, Leidenschaft und Selbstvertrauen zeigte.

Und das brauchte das DFB-Team auch in der Schlussphase. Frankreich machte nochmal Druck und Antoine Griezmann zwang ter Stegen mit einem Schlenzer zu seiner ersten Großtat des Abends (83.). Und dann sorgte Leroy Sané für die endgültige Belohnung des aufopferungsvollen Kampfes. Nach einem tollen Zuspiel von Kai Havertz blieb der Flügelstürmer vor dem Tor eiskalt und erzielte das 2:0 (87.).

Doch Sané war auch dafür verantwortlich, dass der Sieg zumindest ein wenig ins Wanken geriet. Nach seinem Foul an Eduardo Camavinga gab es Elfmeter für Frankreich – und den verwandelte Griezmann sicher (89.). Mehr ließen die Deutschen aber nicht zu. Es blieb beim Sieg für die Mannschaft und Völler – der mit seinem Einspringen als Bundestrainer direkt die Krise gestoppt hat.

Deutschland: ter Stegen – Tah, Süle, Rüdiger, Henrichs – Gündogan, Can, L. Sané, Wirtz, Gnabry – T. Müller
Trainer: Rudi Völler
Frankreich: Maignan – Pavard, Todibo, Saliba, Theo – Tchouameni, Camavinga, Coman, Rabiot, Griezmann – Kolo Muani

Trainer: Didier Deschamps

Schiedsrichter: Anthony Taylor

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40 Comments

  1. Die ehemalige Zeitung Kicker.., man müsste eher sagen der Kacker titelte …Völler völlig erschöpft ….diese fiesen Journalisten können es nicht lassen , immer eine Portion Schlechtigkeit reinbuttern, damit es mehr zieht …Rudi ❤ ist darüber schon lange erhaben und wir Zuschauer ebenso … Gratulation zum Sieg und Danke für die Freude, die die Fussballer uns gegen die Franzmänner gemacht haben….

  2. Ich würd mich wirklich interessieren woran das jetzt wirklich lag ? Was kann eigentlich in den 2 Tagen passiert sein ? Versteh das nicht so ganz …

  3. Ich glaube, daß Rudi Völler aufgrund seiner Position beim DFB eine sehr gute Position für eine Ansprache an die hochbezahlten Profis hatte. Dadurch sind sie vieleicht "wach" geworden…..

  4. mal eine kurze Zwischenfrage: wann hat die deutsche Mannschaft in einem Spiel gegen eine Spitzenmannschaft mal schlecht gespielt? So gut wie nie, außer vielleicht gegen spanien. Gegen welche Mannschaften hat sie immer wieder schlecht gespielt? Gegendie sogenannten Kleinen. Diese haben sich mittlerweile auf das deutsche WM-System, das die Mannschaft dummerweise seit 2014 spielt, perfekt eingestellt. Wenn die deutsche Mannschaft das Spiel machen muss wird sie immer schlecht aussehen. Auch andere Mannschaften tun sich gegen schwache Gegner oft schwer, finden aber ab und zu mal eine Lösung gegen das Bollwerk. Unsere Mannschaft kann das nicht!! Also sind die Spieler oder der Trainer zu schlecht. Zitat Hansi Flick:"Wir haben einfach nicht die Möglichkeiten gegen eine solche Mannschft (Japan)" Das sagt doch alles!!!

  5. Rudi ist einer der letzten überlebenden aus der Generation von den Spielern, die Fußball nicht für Geld spielen sondern weil sie es lieben und diese Liebe spürt man bei ihm auf jeder Position. Und Müller kann so alt werden wie er will er weiß wo man am besten stehen muss um Tore zu machen wenn es kein anderer tut. Ganz viel Liebe und Erfolg für diese Mannschaft, denn diese Mannschaft besteht aus mit zu den besten gehörenden Einzelspielern weltweit, warum sollen sie als Gemeinschaft nicht die Stärksten sein? Hoffe der neue Trainer wird der richtige denn die Mannschaft ist toll, das haben sie in diesem Spiel gezeigt 🤗🙏

  6. Ich bin immer noch der Meinung das drr Wechsel von den öffentlich rechtlichen zu RTL auch einen einfluss hatte auf die zuletzt zunehmend schlechte leistung…schlechtes Karma halt.

  7. Ich weiß das Deutschland gesiegt hat und das Völler ein guter Trainer ist aber was macht Pascal Groß im Team ? Haben wir niemand besseres oder was da los ? Klar ist er nicht so schlecht aber auch kein Top Spieler.

  8. Wie personenabhängig diese deutsche Elf ist – mit Flick absolute Unsymphaten – mit Rudi wie ausgewechselt 👍🏼 sowohl Qualität als auch Sympathie

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