Saudi-Arabien hat für die erste Sensation bei der WM 2022 in Katar gesorgt. Der krasse Außenseiter bezwang im Auftaktspiel der Gruppe C Mitfavorit Argentinien mit 2:1 und darf sich nun berechtigte Hoffnungen auf den Achtelfinal-Einzug machen.

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Saleh Al-Shehri (48.) und Salem Al-Dawsari (53.) erzielten am Dienstagmittag (22.11.2022) im Lusail-Stadium die Treffer für die “Grünen Falken” und fügten “La Albiceleste” die erste Niederlage nach zuvor 36 ungeschlagenen Partien zu. Superstar Lionel Messi hatte Argentinien mit einem Strafstoß in Führung gebracht (10.). Nach dem frühen 1:0 waren der Angreifer des französischen Katari-Klubs Paris Saint-Germain und seine Nebenleute oftmals eine Winzigkeit zu schnell unterwegs. Bis zur Halbzeit schlugen drei (!) Abseitstreffer für den zweimaligen Weltmeister zu Buche.

Es folgten die Pause und ein zweiter Durchgang, der zumindest in die saudi-arabischen Fußball-Geschichtsbüchter eingehen wird.

Wenig überraschend nahm Argentinien von Beginn an das Zepter in die Hand. Schon eher überraschend war das hohe Pressing des fußballerisch unterlegenen Kontrahenten. Offenbar wollten die Araber den zu erwartenden Offensiv-Wirbel der Südamerikaner bereits im Keim ersticken. Doch bereits nach eineinhalb Minuten ging dieser Plan das erste Mal schief: Nach einem zügig vorgetragenen Spielzug über die rechte Seite wurde Messi in Position gebracht, “la pulga”, der Floh, schloss mit seinem starken linken Fuß ab, scheiterte jedoch am aufmerksamen Schlussmann Mohammed Al-Owais.

Kurz darauf wurde den Argentiniern vom slowenischen Schiedsrichter Tomaz Klancnik ein Freistoß zugesprochen. Zeit zum frühzeitigen Trikottausch – schien sich zumindest Saudi-Arabiens Verteidiger Saud Abdulhamid zu denken. Jedenfalls zog der 23-Jährige vor der Ausführung des ruhenden Balls eine gefühlte Ewigkeit am Jersey von Leandro Paredes.

Der eingehende Textil-Test blieb beim VAR-Team um Bundesliga-Referee Bastian Dankert nicht unbemerkt. Es machte Klancnik darauf aufmerksam, der Referee schaute sich das Bewegtbild an und zeigte auf den Punkt. Messi verwandelte den Strafstoß ebenso locker wie sicher.

Saudi-Arabien hielt trotz des frühen Rückstand an seiner offensiven Verteidigungs-Ausrichtung fest. Es war ein Spiel mit dem Feuer, das die Elf von Coach Hervé Renard trieb. Denn Argentinien überspielte die Vierer-Abwehrkette des dreimaligen Asienmeisters ein ums andere Mal. Glück für die Araber, dass sowohl Messi (22.) als auch Lautaro Martínez (27., 35.) bei ihren Treffern Zentimeter im Abseits standen. Sonst hätte der Außenseiter, der im Angriff in den ersten 45 Minuten ohne nennenswerte Chance blieb, bereits zu Halbzeit aussichtslos zurückgelegen.

Wenig bis gar nichts deutete vor Beginn des zweiten Abschnitts darauf hin, dass sich die Kräfteverhältnisse ändern könnten. Zu dominant war die “Albiceleste” bis dahin aufgetreten, zu harmlos die Vorstellung der “Grünen Falken” gewesen. Was dann geschah, war schwer zu erklären und macht gewiss einen großen Teil der Faszination des Fußballs aus. Denn eine einzige Szene sorgte dafür, dass sich die Statik des Spiels änderte. Wie aus dem Nichts traf Al-Shehri nach einem langen Ball mit einem Linksschuss zum 1:1. Ein Schock für die argentinische Auswahl, die das Gegentor offenbar so beschäftigte, dass sie ein weiteres Mal unaufmerksam war.

Davon profitierte fünf Minuten nach dem Ausgleich Al-Dawsari. Der Linksaußen wurde im Strafraum nur halbherzig angegriffen und überwand Keeper Emiliano Martinez mit einem herrlichen Schlenzer ins obere rechte Eck.

Argentinien reagierte mit wütenden Angriffen auf den Rückstand, lief sich jedoch immer wieder in der vielbeinigen Abwehr der Araber fest. Und wenn die Südamerikaner doch einmal zum Abschluss kamen, war Keeper Al-Owais zur Stelle. So beispielsweise in Minute 84., als Messi versuchte, ihn per Kopfball zu bezwingen. Und als der Torhüter dann doch einmal daneben griff, merzte sein Vordermann Abdulelah Al-Amri dessen Fehler aus. Per Kopf (!) rettete der Innenverteidiger einen ziemlich strammen Schuss von Julian Alvarez auf der Linie (90.+1.).

Das könnte beim Mann vom Al-Nassr FC ein wenig Kopfbrummen nach sich ziehen. In Anbetracht der Sensation, die der 25-Jährige mit seiner Mannschaft schaffte, dürfte Al-Amri das allerdings maximal peripher tangieren.

Startaufstellungen:  

Argentinien: E. Martinez – Molina, Romero, Otamendi, Tagliafico – de Paul, Paredes, di Maria, Messi, Gomez – L. Martinez

Trainer: Lionel Scaloni

Saudi-Arabien: Al-Owais – Abdulhamid, Tambakti, Al-Bulaihi, Al-Shahrani – Kanno, Al-Faraj, Al-Malki – Al-Buraikan, S. Al-Dawsari, Al-Shehri

Trainer: Hervé Renard

Schiedsrichter: Slavko Vinčić

0:00 Start
0:38 Elfmeter Messi
1:00 Abseits Messi
1:20 Abseits Martines
2:11 Tor Al-Shehri
2:43 Tor Al-Dawsari

#WM2022 #Katar #Qatar

20 Comments

  1. Eine echte Überraschung. Mit den Videoschiedsrichtern kann ich mich immer noch nicht recht anfreunden… Der Arm war 2 mm im Abseits… Für die Saudis freue ich mich. Haben gekämpft und gewonnen und damit vielen Menschen eine Freude gemacht…. Argentinien sollte man aber nicht abschreiben, denn die 3 Abseitstore haben gezeigt, was sie eigentlich drauf haben…

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