İlkay Gündoğan (* 24. Oktober 1990 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Fußballspieler. Der Mittelfeldspieler steht bei Manchester City unter Vertrag und ist A-Nationalspieler.
Gündoğans Eltern stammen aus Dursunbey, einer Kreisstadt der Provinz Balıkesir in der Türkei.[2] Sein Großvater väterlicherseits war als „Gastarbeiter“ ins Ruhrgebiet gezogen, um als Bergmann zu arbeiten. Seine Ehefrau blieb mit den Kindern in der Türkei, wo sie aufwuchsen und zur Schule gingen. 1979 kam Ilkay Gündoğans Vater Irfan schließlich mit seinen Geschwistern per Familiennachzug nach Deutschland, wo er wenig später auch eine Arbeit fand.

Gündoğan wuchs mit einem älteren Bruder in seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen auf. Er machte im Frühjahr 2011 an der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg, der Partnerschule seines damaligen Fußballvereins, sein Abitur. Sein Vater Irfan Gündoğan und sein Onkel Ilhan Gündoğan agieren (Stand 2015) als seine Berater. Seine in der Türkei aufgewachsene Cousine Naz Aydemir (* 1990) ist Volleyballspielerin und spielt für Fenerbahçe İstanbul und die türkische Volleyballnationalmannschaft.

Gündoğan hält engen Kontakt zur Heimatstadt seiner Eltern. Er ist dort als Mäzen tätig und hat diverse Projekte teilfinanziert, z. B. das neue Stadion des ortsansässigen Fußballvereins Dursunbeyspor.

Gündoğan war von 2013 bis 2015 mit der Schauspielerin Sıla Şahin liiert. Er besitzt ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach der Flutkatastrophe in Deutschland 2021 sowie den fast gleichzeitigen Waldbränden in der Türkei spendete Gündoğan Geld für eine Baumpflanzaktion und ließ sog. “Fanpakete” (etwa mit Trikots, Schuhen oder Tickets) versteigern, um Einnahmen für weitere Nachhaltigkeitprojekte zu gewinnen. Zudem rief er zum Klimaschutz auf. Der Beitrag des Klimawandels zu diesen Katastrophen sei nicht wegzudiskutieren, zudem dürften solche Katastrophe nicht zum Alltag für junge Menschen werden. Daher sei es wichtig, nun ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Am 13. Mai 2018 kam es (wenige Wochen vor den vorgezogenen türkischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen und im Vorlauf der Weltmeisterschaft 2018 in Russland) in London zu einem Treffen von İlkay Gündoğan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Auch Mesut Özil und Cenk Tosun, die wie Gündoğan ebenfalls bei englischen Vereinen spielten, nahmen an dem Treffen teil und überreichten Erdoğan jeweils eines ihrer Trikots.

Zeitpunkt und Symbolkraft des Fotos riefen politisch, gesellschaftlich und seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Reaktionen und Kritik hervor, wobei sich die Kritik aufgrund der nahenden WM vor allem auf Özil und Gündoğan konzentrierte. DFB-Präsident Reinhard Grindel bezeichnete das Treffen als „Wahlkampfmanöver“ Erdoğans, für das sich die Nationalspieler hätten missbrauchen lassen. Am 18. Mai 2018 kam es zu einem Treffen von Gündoğan und Özil mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Beim Testspiel in Klagenfurt am Wörthersee zwischen Österreich und Deutschland wurde Gündoğan von Zuschauern bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Selbiges passierte auch im Testspiel am 8. Juni gegen Saudi-Arabien. Während sich Özil zur Kritik nicht äußerte, twitterte Gündoğan am Tag darauf, er sei „immer noch dankbar, für dieses Land zu spielen“.

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