Trotz einer der schwächsten Saisonleistungen hat Bayer Leverkusen den nächsten Schritt zum Meistertitel gemacht. Beim 2:1 (1:1) gegen den 1. FSV Mainz 05 brauchte Bayer am 23. Spieltag der Fussball-Bundesliga reichlich Glück und eine Slapstickeinlage des Gästekeepers.
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Es war eine Partie ohne jede Anlaufphase. Schon nach zwei Minuten landete eine von Silvan Widmer abgefälschte Grimaldo-Flanke bei Granit Xhaka, der vom linken Strafraumeck eine Mischung aus Kracher und Bogenlampe abfeuerte. Hinter dem völlig überraschten Mainzer Keeper Robin Zentner senkte sich der Ball ins lange Eck – es war das erste Tor von Xhaka überhaupt im Leverkusen-Trikot.
Für einen kurzen Schreckmoment auch in der eigenen medizinischen Abteilung sorgte die Jubel-Choreo des Schweizers: Er griff sich an den hinteren Oberschenkel, hinkte theatralisch, so dass an der Seitenlinie bei Bayer sofort Hektik ausbrach. Dann aber lachte Xhaka, und Coach Xabi Alonso beruhigte die Physios – es war nur ein mittelmäßiger und leicht arroganter Scherz.
Geschockt wirkten die Mainzer vom Gegentor nicht, auch sie legten sofort wieder den Vorwärtsgang ein. Der Lohn folgte bereits in der 7. Minute, und gleich zwei Ex-Leverkusener waren beteiligt. Nadiem Amiri, der gerade erst in der Winterpause die Bayer-Bank gegen den FSV-Stammplatz eingetauscht hat, flankte aus dem Halbfeld, Widmer legte per Kopf für Dominik Kohr auf, der per Flugkopfball zum 1:1 vollendete.
Die Kopfballtechnik hat der Mittelfeldabräumer in Leverkusen gelernt: Kohr kommt aus der Bayer-Jugend und spielte mit zwei Zwischenstationen in Augsburg zwischen 2009 und 2019 zehn Jahre unterm Bayer-Kreuz.
In der Folge entwickelte sich ein eher einseitiges Spiel zugunsten der Gastgeber, die es aber in der letzten Linie immer wieder viel zu kompliziert und verspielt angingen. In der 40. Minute hätte Jonas Hofmann dennoch für die erneute Führung sorgen müssen, als Sepp van den Bergh nach einem verunglückten Rückpass ausrutschte und Hofmann völlig frei vor Zentner stand. Doch der Nationalspieler schloss zu hektisch und unplatziert ab, sodass der Schlussmann den Bock seiner Vorderleute ausbügeln konnte.
Pech hatten die Leverkusener dann kurz vor dem Pausenpfiff, als der frei in die Tiefe durchstartende Jeremy Frimpong an der Mittellinie klar von Philipp Mwene gefoult wurde. Schiedsrichter Timo Gerach übersah den Kontakt und ließ weiterspielen, was bei Frimpong und Xabi Alonso nachvollziehbaren Ärger auslöste – Gerach zeigte beiden die Gelbe Karte.
In der Halbzeitpause schien Mainz-Coach Bo Henriksen die richtige Ansprache gefunden zu haben. Die 05er spielten ihre Angriffe nun konsequent bis zum Abschluss und hätten in Führung gehen müssen. Mwene köpfte eine Karim-Onisiwu-Flanke knapp neben den Pfosten (48.), zwei Minuten später klärte Jonathan Tah in höchster Not am eigenen Fünfmeterraum. In der 55. Minute spielte dann Edmond Tapsoba einen Horror-Fehlpass quer durch eigenen Strafraum, doch Jae-sung Lee verlor die Nerven und jagte den Ball freistehend über die Latte.
Alonso merkte, dass er gegensteuern muss und erhöhte mit der Einwechslung von Schick für den schwachen Hofmann die Strafraumpräsenz. Wie unzufrieden Leverkusen in dieser Phase mit sich und dem Spielverlauf war, zeigte Hofmanns Anschlussverhalten: Wütend knallte er seine Trainingsjacke gegen die Auswechselbank – wenn er damit seine eigene Leistung kommentieren wollte, war die Reaktion gerechtfertigt.
Dass sich der Frust spielerisch entlud, konnte man in der Folge nicht behaupten. Leverkusen tat sich erstaunlich schwer, kam kaum noch zu Abschlüssen, fast schon bezeichnend war ein Verzweiflungsschuss von Robert Andrich aus knapp 30 Metern in der 68. Minute. Doch der Ertrag passt perfekt in die aktuelle Saison, in der der Tabellenführer nicht nur die Bayern abgehängt, sondern ihnen auch das Glücks-Gen abgejagt hat:
Der traditionelle Bayern-Dusel hat 2023/24 ein “N” weniger: Zentner wollte die genau auf Mann platzierte Andrich-Rückgabe abfangen und war wohl schon in Gedanken beim Abwurf – so flutschte ihm die Kugel in Slapstickmanier durch die Finger und ins eigene Tor zum 2:1-Endstand.
Startaufstellungen:
Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Kossounou, Tah, Tapsoba – Frimpong, Andrich, G. Xhaka, Grimaldo, Hofmann, Wirtz – Adli
Trainer: Xabi Alonso
1. FSV Mainz 05: Zentner – Kohr, van den Berg, Caci – Widmer, Barreiro, Amiri, Mwene, Gruda, J.-S. Lee – Onisiwo
Trainer: Bo Henriksen
Schiedsrichter: Timo Gerach
#bundesliga #sportschaubundesliga

19 Comments
Wie viele Spiele bleibt Bayer Leverkusen noch ungeschlagen?
Also jetzt mal ehrlich. Wo war bei der Szene mit Frimpong und Notbremse bitte ein Kontakt von Mainzer?!
Der Jubel mit der Verletzung und danach die Reaktion von Alonso. So nach dem Motto: "Komm' Du mir mal nach Hause…" 😀 Feier ich.
Gönne Xhaka sein Tor so sehr aber bei dem Jubel hatte ich kurz Angst er ist verletzt
Was ist das für eine komische Art das Video zu schneiden
@Spochtschau: video editing und Nachvertonung ist offensichtlich nicht so euer Ding
Bitte holt das Ding nach Hause🙏
Ist das ein Pilot Projekt für neuen Video Aufbau? Bitte einstampfen, was ist das denn
Maingtz 05 hat da nen guten neuen Trainer geholt
Tolles Drehbuch, aber wurden die Preise bei der Berlinale schon vergeben!
SV Bayer ⚫️🔴
Konträr zu den anderen Kommentierenden, finde ich die Schnittweise angenehm, direkt danach noch Interviewausschnitte zeigen passt gut rein für weitere Meinungen.
Glaube ohne den Patzer von Zentner hätte Mainz einen nicht unverdienten Punkt einfahren können. Besonders in den ersten 15 Minuten nach der Halbzeit näher an der Führung gewesen als Bayer.
Jetzt gewinnen wir schon gegen 12 Mann. Chapeau!
Bevor ich das Spiel gesehen hab will ich nicht wissen wie es ausgeht, was soll denn sowas
Ich mag die Art des Schnitts als Abwechslung zu den ganzen linearen Zusammenfassungen der anderen Kollegen sehr gern 🙂 Bitte nicht von den negativeren Kommentaren beirren lassen – Geschmack ist eben verschieden 🙂
4:01 aus der Perspektive stolpert er einfach über seine eigene Füße lmao.
Leverkusen Meisterschaft 2024
Leverkusen 💪💪💪💪