Franz Anton Beckenbauer (* 11. September 1945 in München; † 7. Januar 2024 in Salzburg; Spitzname „Der Kaiser“) war ein deutscher Fußballspieler, -trainer und -funktionär. Während seiner Profikarriere von 1964 bis 1983 spielte er überwiegend beim FC Bayern München, außerdem bei Cosmos New York und dem Hamburger SV.
Seine größten sportlichen Erfolge waren die Siege bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 als Mannschaftskapitän und bei der WM 1990 als ab 1984 tätiger Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft. Er ist einer von drei Personen (neben Mário Zagallo und Didier Deschamps), die sowohl als Spieler wie auch als Trainer Weltmeister wurden.
Beckenbauer war von 1994 bis 2009 Präsident des FC Bayern München; 2009 wurde er Ehrenpräsident. Zudem war er Präsident des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG. Von 1998 bis 2010 gehörte er als einer der DFB-Vizepräsidenten dem DFB-Präsidium an und war von 2007 bis 2011 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees.
Franz Beckenbauer wurde 1945 als zweiter Sohn des mittleren Postbeamten Franz Beckenbauer (1905–1977) und dessen Frau Antonie Hupfauf (* 23. Juni 1913; † 11. Januar 2006) in München-Giesing geboren und wuchs mit seinem vier Jahre älteren Bruder Walter Beckenbauer auf. Nach der Schule absolvierte Franz Beckenbauer zunächst eine Ausbildung als Versicherungskaufmann. Sein Onkel Alfons Beckenbauer war ebenfalls für den FC Bayern München aktiv und Spieler der deutschen Arbeiternationalmannschaft.
Beckenbauer wohnte in den 1960er Jahren in München-Solln und ab 1971 in Grünwald. 1977 verlegte er seinen Wohnsitz aus steuerlichen Gründen nach Sarnen im Schweizer Kanton Obwalden. Ab 1982 lebte er im österreichischen Oberndorf in Tirol (im Bezirk Kitzbühel) und ab 2005 in Salzburg, während er beruflich nach wie vor in Deutschland tätig war. Beckenbauer war Golfspieler, nach ihm ist der Beckenbauer Golf Course in Hohenpolding-Penning benannt, der von 2013 bis 2017 Austragungsort der PGA European Tour war.
Beckenbauer war katholisch, dreimal verheiratet und Vater von fünf Kindern. Aus einer kurzen Liaison mit der Versicherungsangestellten Ingrid Grönke stammt der Sohn Thomas (* 1963). Aus der Ehe (1966–1990) mit der Ingolstädter Sekretärin Brigitte Wittmann (1945–2021) stammen zwei weitere Söhne, Michael (* 1966) und Stephan (1968–2015), der ebenfalls Fußballprofi wurde. Von 1977 bis 1988 war Beckenbauer mit der Fotografin Diana Sandmann zusammen. Die Ehe mit der DFB-Sekretärin Sybille Weimar dauerte von 1990 bis 2002. Mit Heidrun Burmester, Sekretärin des FC Bayern, die er Ende der 1990er Jahre kennengelernt hatte und mit der er ab 2006 verheiratet war, bekam er den Sohn Joel (* 2000) und die Tochter Francesca (* 2003).
Franz Beckenbauer starb am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren in Salzburg.
