Die USA haben das politisch aufgeladene Duell gegen Iran 1:0 gewonnen und damit das Achtelfinale der WM 2022 in Katar erreicht. Die Iraner verpassten es, erstmals in der WM-Geschichte in die K.o.-Runde einzuziehen.

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Trotz der politischen Brisanz des Aufeinandertreffens und der emotional aufgeheizten Stimmung im Vorfeld der Partie blieben die US-Amerikaner vor allem im ersten Durchgang ruhig und setzten sich gegen Iran 1:0 (1:0) durch. Christian Pulisic traf vor der Pause zur Führung (38.). In der zweiten Hälfte wurden die Iraner stärker, hatten Chancen zum Ausgleich, schlossen aber zu hektisch und unpräzise ab. Mit etwas Glück und guten Nerven brachten die US-Amerikaner das Ergebnis über die Zeit.

Durch den Sieg haben die USA die Gruppe B als Zweiter abgeschlossen und treffen im Achtelfinale (03.12., 16 Uhr MEZ) auf die Niederlande. Die Iraner müssen weiterhin auf ihre erste Achtelfinal-Teilnahme der WM-Geschichte warten.

Früh deutete sich an, welchen Charakter dieses Spiel annehmen würde: Die US-Amerikaner, die gewinnen mussten, um weiterzukommen, übernahmen die Kontrolle und hatten folglich deutlich länger den Ball. Die Iraner lauerten, um nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu spielen. Was beide Teams gemein hatten: Sie führten von Beginn an jeden Zweikampf mit großer Leidenschaft.

Große Chancen sahen die Zuschauer im Al-Thumama Stadium zunächst nicht, aber insgesamt machte die USA den gefährlicheren Eindruck. Kopfbäll von Christian Pulisic (11.) und Timothy Weah (27.) hielt Irans Keeper Beiranvand fest, eine scharfe Flanke von Sergiño Dest wehrte er ab (17.). Je länger die Partie lief, desto stärker setzten die US-Amerikaner die eng und tiefstehnde iranische Defensive unter Druck.

Folgerichtig, dass die USA in Führung ging (38.). Weston McKennies Flugball hinter die iranische Abwehrkette legte Dest per Kopf nach innen auf Pulisic, der den Ball über die Linie drückte. Dabei rauschte er mit Irans Torhüter Beiranvand zusammen und musste deshalb unter Schmerzen behandelt werden. Auswechseln lassen wollte er sich aber nicht.

Mit etwas mehr Cleverness und Glück hätte das Team von Trainer Gregg Berhalter noch vor der Pause können: Tyler Adams kreierte mit einem öffnenden Pass eine Überzahlsituation, die Weah und Josh Sargent mit einem doppelten Doppelpass auszuspielen versuchten. Letztlich kam aber Majid Hosseini gerade noch dazwischen. Und als Weah dann nach einem Steilpass das 2:0 erzielte, stand er knapp im Abseits. Am Ende der ersten Hälfte standen acht zu null Torschüsse für die USA, aber nur ein 1:0.

Schwungvoll starteten die US-Amerikaner auch in die zweite Hälfte. Sargents Schuss aus spitzem Winkel hielt Beiranvand im Nachfassen (47.). Die Iraner, die im ersten Durchgang von Minute zu Minute passiver wurden, hatten dann aus dem Nichts die Möglichkeit zum Ausgleich: Der eingewechselte Saman Ghoddos köpfte nach einer Flanke von der rechten Seite aber über das Tor (52.). Eine Szene, die aufzeigte, wie schnell diese Partie kippen konnte – und die den Iranern Mut machte.

Angetrieben von ihren lautstarken Fans spielten sie zumindest zeitweise zielstrebiger, schneller, druckvoller. Erneut Ghoddos vergab die Chance auf den Ausgleich, als er nach einer Hereingabe aus guter Position rechts am Tor vorbeischoss. Der Treffer hätte aber nicht gezählt, weil zuvor ein US-Amerikaner von Mehdi Taremi gefoult worden war.

Die Iraner erhöhten den Druck, die USA hingegen konnten sich kaum mehr befreien. Als nach einer Flanke der ebenfalls eingewechselte Ali Karimi an den Ball kam, war die iranische Bank bereits zum Jubeln aufgestanden – aber Karimi traf den Ball nicht voll und verpasste so den Ausgleich. Die Iraner reklamierten auf Handspiel von Shag Moore, einen Elfmeter gab es aber zurecht nicht.

Bitter allerdings für die USA, dass mit Sargent, Pulisic und McKennie gleich drei Spieler verletzt vom Platz mussten. Ob sie im Achtelfinale auflaufen können, ist noch fraglich.

Erstmals nach 24 Jahren waren die beiden politischen Erzfeinde wieder bei einer WM gegeneinander angetreten. Schon beim Turnier 1998 in Frankreich war das Spiel aufgeladen, das 2:1 der Iraner in Lyon wird auch heute noch von Funktionären der Islamischen Republik als größter Erfolg der nationalen Fußball-Historie gefeiert.

Startaufstellungen: Antonio Mateu Lahoz

Iran: Beiranvand – Rezaeian, Hosseini, Pouraliganji, Mohammadi – Ezatolahi, Nourollahi, Haji Safi, Gholizadeh, Taremi – Azmoun
Trainer: Carlos Queiroz

USA: Turner – Dest, Carter-Vickers, Ream, A. Robinson – T. Adams, McKennie, Musah, Weah, Pulisic – Sargent
Trainer: Gregg Berhalter

Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz

#WM2022 #Katar #Qatar

17 Comments

  1. Bestimmt kocht die iranische Regierung vor Wut, wo man ausgerechnet gegen den großen Erzfeind verliert und das Achtelfinale verpasst.
    Die USA haben verdient gewonnen👍🇺🇸

  2. Wie Tom Bartels das Tor vom USA gefeiert hat wie ein USA Fan fand ich echt respektlos gegenüber die Iranische Zuschauer. Er hätte sich entschuldigen müssen.

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