Doppelter Silber-Jubel für die deutschen Leichtathlet:innen: Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre holt Silber bei der Duplantis-Show. Im 3000-Meter-Hindernislauf sorgt Lea Meyer für den Überraschungserfolg des Abends.

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Bo Kanda Lita Baehre hat seine Außenseiterchance genutzt: In einem tollen Stabhochsprung-Wettbewerb landete er als “Best of the rest” hinter Armand Duplantis auf Rang zwei. Lea Meyer lief anschließend ein grandioses Rennen über 3000 Meter Hindernis und holte sich ebenfalls Silber.

Das schwarze Piratentuch von Bo Kanda Lita Baehre wirbelte wie wild um den Kopf, immer wieder schüttelte der Deutsche vor lauter Begeisterung sein Haupt. Der 23-Jährige von Bayer Leverkusen nutzte am Samstagabend seine Außenseiterchance im Stabhochsprungwettbewerb der European Championships und holte sich mit übersprungenen 5,85 Metern die Silbermedaille.

Unschlagbar war natürlich Weltrekordhalter Armand Duplantis, der die Konkurrenz im verregneten München beinahe spielerisch beherrschte und schließlich mit 6,06 Metern siegte. Für die anderen ging es in einem eigenen Wettbewerb um die Plätze hinter dem Schweden. Und da hatte Lita Baehre am Ende die Nase vorn. Schlug unter anderem Altmeister Renaud Lavillenie und den starken Norweger Pal Haugen Lillefosse, die an den 5,85 Metern scheiterten.

Bei schwierigen Bedingungen – Stabhochspringer mögen keine nassen Verhältnisse – mussten die beiden anderen deutschen Finalteilnehmer Torben Blech und Oleg Zernikel frühzeitig die Segel streichen. Doch Lita Baehre kämpfte sich nach Fehlversuchen zu Beginn regelrecht in den Wettbewerb. In dem er am Ende feiern durfte. Und ankündigte: “Ich bin noch nicht ganz zufrieden. Platz zwei ist der erste Verlierer. Ich will immer besser werden!”

Kurz nach der Entscheidung im Stabhochsprung brachte 3000-Meter-Hindernisläuferin Lea Meyer die Zuschauer:innen im Olympiastadion in Hochstimmung. Die leichtfüßige Läuferin vom ASV Köln nahm ihr Herz in beide Hände und machte den favorisierten Läuferinnen das Leben enorm schwer.

Zunächst hielt sie sich beachtlich in der Führungsgruppe – und als die zerfiel, folgte sie entschlossen der vorn enteilten Top-Läuferinnen Elizabeth Bird und Luiza Gega. Unter dem Jubel der Fans lief Meyer das Rennen ihres Lebens. Und auf der letzten Runde hatte auch die Britin Bird keine Chance mehr. Hinter Gega stürmte Meyer auf Rang zwei.

Die Frauenstaffel über 400 Meter musste ohne ihre Beste, Corinna Schwab, antreten. Entsprechend blieb sie im Kampf um die Medaillen ohne echte Chance, schlug sich aber achtbar. Alle vier Frauen holten alles aus sich heraus und sie liefen am Ende auf einen sehr respektablen fünften Rang. Siegerinnen wurden die Niederlande vor Polen und Großbritannien.

Der deutschen Männer-Staffel wurden allerhöchstens Außenseiterchancen bei optimalem Rennverlauf eingeräumt – doch dazu kam es nicht. Das Quartett mit Marvin Schlegel, Patrick Schneider, Marc Koch und Manuel Sanders wurde im Finale am Samstagabend Siebter (3:02,51 Minuten). Der Titel ging an die favorisierten Briten (2:59,35). Zu Silber und Bronze liefen Belgien (2:59,49) und Frankreich (2:59,64). Den Finaleinzug hatte das Quartett des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bereits als Erfolg verbucht. Bei der WM in Eugene war Deutschland im Hayward Field in 3:04,21 Minuten vorzeitig ausgeschieden.

Sie startete stark, wurde aber von der Konkurrenz abgefangen: Christina Hering belegte über 800 Meter Platz sieben. Die 27 Jahre alte Münchnerin musste in der Schlussphase des Finales die Konkurrenz ziehen lassen und kam nach 2:00,82 Minuten ins Ziel. Den Titel holte sich die Olympia- und WM-Zweite Keely Hodgkinson aus Großbritannien in 1:59,09 Minuten, Silber ging an die Französin Rénelle Lamote in 1:59,49 Minuten. Die Polin Anna Wielgosz gewann Bronze in 1:59,87 Minuten.

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23 Comments

  1. Lita Baehre möchte also Duplantis schlagen. In welchem Leben? Duplantis springt konstant weit über 6,00 m und Lita Baehre hat gerade 5,85 m geschafft. Das sind Welten im Stabhochsprung. Nur mal so als Erinnerung.

  2. Sind wir ehrlich, Gehen ist die subjektivste Sportart für Kampfrichter. Guckt man sich das in Zeitlupe an erfült kein Athlete die Regeln, alle sind am Laufen. Aber das gilt nur, wenn man das mit bloßem Auge sehen kann. Kein Grund traurig zu sein, es wissen alle, dass keiner wirklich geht.
    Drucksensoren in den Schuhsohlen, die Alarm geben, wenn in keinem Schuh ausreichend Druck detektiert wird? Sollte doch sehr einfach umzusetzen sein. Ob ein Mensch mit 80 kg mit der Ferse aufsetzt sollte doch zu unterscheiden sein.

  3. Duplantis ist einfach krass.

    Finde auch bemerkenswert, wie er das schon seit Kindestagen an macht, die Eltern aber nie Druck ausgeübt haben, sondern spielend ihn da herangeführt haben.
    Das dürfte einfach ein Vorteil sein, dass er das schon ewig macht und so technisch einfach noch besser ist, als der Rest.

    Ich meine er sagte selbst Mal, dass er dadurch härtere Stäbe nutzen kann als die anderen und er dadurch noch mehr Schwung nach oben bekommt.
    Klingt zumindest für mich als Laien logisch

  4. die einen müssen bezahlen, wenn sie z.B. an einem Volkslauf teilnehmen wollen. Die bei der EM werden dafür bezahlt. Ist schon alles komisch auf dieser Welt.

  5. Kann man den Duplantis stoppen, er springt wie ein Flummy, aber irgendwann wird das Teil in seinem Stab, das ihn höherträgt entlarvt 👍 Top Performance von Bo, weiter so 😎

  6. Ich fand es klasse, dass für die EM Wettbewerbe das "alte" Olympiastadion reaktiviert wurde.
    Das ist echte Nachhaltigkeit.
    Stimmung und Erfolge der Sportler Taten ihr Übriges ..
    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ für die ganzen Tage Sport und die Veranstaltung. 👍

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