Fehlstart für Werder Bremens neuen Coach Daniel Thioune in der Fußball-Bundesliga: Beim SC Freiburg gab’s beim 0:1 (0:1) keine Punkte – obwohl Bremen lange in Überzahl agierte und sogar von zweifelhaften Schiri-Entscheidungen profitierte.

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Das Spiel entwickelte sich enorm dynamisch. In der zwölften Minute setzte Werders Njinmah herrlich zu einem Fallrückzieher an, scheiterte mit der akrobatischen Aktion aber am aufmerksamen Atubolu. Und dann ging’s schnell: Freiburg konterte, überspielte Werders Defensive im Eiltempo. Rechts wurde Beste freigespielt. Der 27-Jährige legte sich die Kugel an der rechten Strafraumecke auf den linken Fuß und schlenzte sie wunderbar ins linke obere Eck – 1:0 (13.).

Drei Minuten später beinahe das 2:0: Nach Christian Günters Flanke von links stieg Igor Matanovic im Zentrum am höchsten, scheiterte mit seinem Kopfball aber am hervorragend reagierenden Mio Backhaus im Werder-Tor. Es deutete sich ein Feuerwerk an Chancen an – das war ein Irrtum. Erstaunlicherweise verflachte die Partie nach diesem Auftakt. Werder – vielleicht erschrocken über das luftig gefallene Gegentor – griff nicht mehr so mutig an, Freiburg agierte ebenso vorsichtig. Man führte ja. Bis zur Pause passierte nichts mehr.

Es war schon ein wenig erstaunlich, wie friedlich, beinahe harmlos die Akteure miteinander umgingen. Die erste Gelbe Karte der Partie sah Freiburgs Johan Manzambi in der 51. Minute, als er dem in den Zweikampf rutschenden Olivier Deman auf den Unterschenkel trat. Gelb – dachten auch alle. Bis auf den VAR, der sich einschaltete und Schiri Deniz Aytekin zum Video-Gerät schickte. Nach Ansicht der Bilder entschied der Referee tatsächlich: glatte Rote Karte. Manzambi musste vom Feld.

Bitter für Freiburg, gut für’s Spiel. Das nahm nun wieder Fahrt auf. Werder drückte vehement auf den Augleich, für Freiburg boten sich Konterchancen. Der SCF hatte die erste Großchance. Nach einem zu kurz abgewehrten Ball angelte sich Maximilian Eggestein die Kugel, hämmerte sie aus 16 Metern aber volley knapp über den Werder-Kasten. Auf der anderen Seite hatte Njinmah plötzlich nur noch Atubolu vor sich, verlor bei seinem Sturmlauf aber die Nerven. Er setzte die Kugel aus 15 Metern neben den linken Pfosten.

Werder hatte Oberwasser. In der 66. Minute dann die Großchance für den kurz zuvor eingewechselten Samuel Mbangula. Nach Flanke von Yukinari Sugawara kam er halblinks volley an den Ball, zielte aber ein kleines bisschen zu hoch – der Ball strich knapp über die Querlatte. Zehn Freiburger igelten sich nun hinten ein. Werder war – wie schon Ende Januar gegen Hoffenheim (0:2) – in Überzahl gefordert.Aber es ist bekannt, dass die Bremer gerade im Angriff nicht unbedingt die Sterne vom Himmel holen. Immerhin musste Atubolu ein paar mal eingreifen. Ansonsten aber offenbarten sich – vor allem beim jungen Topp zu sehen – immer wieder technische Schwächen bei den Werder-Akteuren, die im letzten Drittel so einige an gut eingestielten Aktionen zunichte machten.

Wie man eiskalt trifft, zeigte in der 77. Minute Freiburgs eingewechselter Yuito Suzuki. Nach einem langen Ball setzte er sich gegen den ebenfalls eingetauschten Bremer Felix Agu durch und traf platziert aus 16 Metern ins linke untere Eck. Aytekin aber pfiff. Und zeigte auf Freistoß für Bremen. Er hatte ein Foul des Freiburgers gesehen. Die TV-Bilder zeigten recht deutlich, dass beide Spieler gleichmäßig ein klein wenig einander gehalten hatten.Aytekin hatte nach dem strittigen Platzverweis gegen Manzambi die zweite ganz große Entscheidung gegen Freiburg getroffen. Und vermutlich waren beide falsch. Die Punkte blieben dennoch in Freiburg. Was am Ende auch den Leistungsverhältnissen auf dem Rasen entsprach.

Startaufstellungen:

SC Freiburg:
Atubolu – Ogbus, Ginter, Rosenfelder, Günter – M. Eggestein, Osterhage, Beste, Manzambi, Grifo – Matanovic
Trainer: Julian Schuster

SV Werder Bremen:
Backhaus – Malatini, Friedl, Coulibaly – Sugawara, Lynen, Deman, Stage, Schmid – Njinmah, Topp
Trainer: Daniel Thioune

Schiedsrichter: Deniz Aytekin

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11 Comments

  1. Bei allem Respekt vor Deniz Abi – das war echt keine gute Schiedsrichterleistung. Wir müssen wegkommen von diesem Standbildfetischismus und wieder zum Fußball zurückkehren. Beispielhaft die rote Karte für Manzambi: Der Bremer rutscht aus und mit hoher Dynamik in Manzambis Richtung, der ihn folglich genauso unglücklich wie unabsichtlich trifft – in realer Geschwindigkeit gut sichtbar und mit Gelb vollkommen richtig im Sinne des Fußballs bewertet. Aber es ist wie immer, wenn vollkommen praxisferne Menschen in irgendwelchen Büros sitzen und sich Regelungen ausdenken – das kann nichts werden.

  2. Interessante Realitätsverzerrung auf Seiten eures Kommentators. Unreflektiert und DFB-treu, wie man sich das wünscht, gell? Kein Wort dazu, dass der Bremer Gegenspieler aktiv unter das Bein von Manzambi rutscht, keine objektive Bewertung des Zweikampfs vor dem vermeintlichen 2:0, als beide Spieler gleichermaßen in einem völlig normalen Zweikampf ein wenig am Trikot zupfen. Schön systemtreu bleiben! Wo kämen wir denn da hin?

  3. Foul über dem knöchel?! Der Bremer rutscht doch komplett unter ihm durch. Das wäre maximal ein Tritt auf den Fuß geworden. In meinen Augen ist das niemals rot